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245 1 0 _aInfografik als »tool for thinking« im Mittelalter
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490 _aDas mittelalterliche Jahrtausend
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505 0 _a1. Infografik im Mittelalter  – eine  Arbeitshypothese -- 2. Bilder der göttlichen Ordnung -- 3. ›Per visibilia ad invisibilia‹ – Vom  Sichtbaren  zum Unsichtbaren -- 4. Opicinus’ ›Know-how‹ -- 5. Opicinus’ Körperwelten -- 6. ›Machines for Thinking‹ -- Zu Person und Werk der Autorin
520 _a»Infografik« ist ein zeitgemäßer Begriff – doch können ähnliche kreative Visualisierungspraktiken bereits in der Lehre und Wissenschaft des Mittelalters aufgezeigt werden. Seit dem 12. Jahrhundert erfuhren Schema-Bilder, d.h. Abbildungen in abstrakter und schematischer Form, nach dem Vorbild ihrer Verwendung im antiken Schulunterricht weite Verbreitung in der Wissenschaft, im Recht sowie in der Historiografie, Chronologie und Kartografie. Ihr Einsatz wirkte nicht nur strukturierend und wissensorganisierend, sondern barg kreatives und hermeneutisches Potenzial – in etwa vergleichbar mit Simulationen eines Schwarzen Lochs in unseren Tagen. Die Abhandlung möchte Schema-Bilder anhand von norditalienischen Beispielen – etwa aus den Pergamentrollen von Vercelli (12.–13. Jahrhundert) oder dem einzigartigen Werk Opizzinos de Canistris’ (1296–ca. 1353) aus dem benachbarten Pavia – als »tools for thinking« veranschaulichen. Diese faszinierenden Bilder wirken dynamisch und imaginativ und tragen zur aktuellen Diskussion über die »knowledge generating visualization« bei, eine Visualisierung »zwischen Gehirn und Hand« (M. Kupfer), die für das Spätmittelalter die »technisch-mediale Bedingtheit von Wissen« (H. Bredekamp) bestätigt.
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