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An der Schwelle zur Moderne : Der Krieg von 1870/71 hrsg. von Tobias Arand, Frank Becker, Christian Bunnenberg [electronic resource]

Mitwirkende(r): Arand, Tobias [editor] | Becker, Frank [editor] | Bunnenberg, Christian [editor] | Nomos eLibrary (Online service)Materialtyp: TextTextSprache: DeutschReihen: Historische Bildung und Public History ; 2Verlag: Göttingen Wallstein Verlag 2025Auflage: 1. Auflage 2025Beschreibung: 236 S. online resourceInhaltstyp: Text Medientyp: Computermedien Datenträgertyp: Online ResourceISBN: 9783835357235; 9783835387713Schlagwörter: Geschichte | History | Medien | Moderne | Propaganda | Bismarck | Napoléon | Beschleunigung | Eisenbahn | Industrialisierung | Reichseinigung | Versailles | Kriegsführung | Reichsgründung | Deutsch-französischer Krieg | Sedan | Kaiserproklamation | MassenschlachtAndere physische Formen: Printed edition: Online-Ressourcen: Volltext
Inhalte:
Gestalt und Gestaltwandel der Feindschaft im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 /71 -- Von Menschen und Kanonen. Die Bedeutung der Montanindustrie des Ruhrgebiets im Deutsch‑Französischen Krieg von 1870 /71 -- Die Eroberung Roms am 20. September 1870. Wendepunkt in den deutsch-italienischen Beziehungen -- Der Krieg von 1870 /71 an der deutschen ›Heimatfront‹. Das Beispiel der rheinischen Garnison Wesel -- «Rien ne fera tomber les armes de nos mains». Effets et mémoires des bombardements urbains durant la guerre de 1870–1871 -- 70 /71 – Ein Krieg als Erinnerungsmarke. Umblicke zur Zäsurierung historischer Zeiten -- ›Verdammt lang her‹. Jugendbegegnungen im Kontext des historischen Erinnerns mit Blick auf den Deutsch-Französischen Krieg 1870 /71 -- Krieg goes digital. Der Krieg von 1870 /71 als digitales Ereignis -- Glory & Defeat. Der Deutsch-Französische Krieg auf YouTube -- Realität, Inszenierung, Erinnerungsmentalität. Systematik und Charakterisierung der Bild- und Textquellen zum Deutsch-Französischen Krieg 1870 /71 (ein Entwurf) -- »Siegreich nach Frankreich hinein«. Kartendarstellungen zum Krieg von 1870 /71 in Geschichtsschulbüchern der deutschen Mittelschule von 1919 bis 1945 -- Cuirassiers, turcos et chasseurs à pied: comment transfigurer la défaite et fabriquer des héros? -- Zwischen allen Stühlen und Fronten. Fakt und Fiktion im historischen Roman. Ein Werkstattbericht -- Ein Leben für die Erinnerung – Hubert Walther (1953–2022) -- Kurzviten der Autoren und Autorinnen
Zusammenfassung: Ohne den Krieg von 1870/71 gäbe es keinen deutschen Nationalstaat. Dabei zeigte er bereits, welche Schrecken im 20. Jahrhundert folgen sollten. Auch wenn überall Denkmäler von ihm künden, ist der deutsch-französische Krieg von 1870/71 heute weitestgehend vergessen. Dabei war er der erste Krieg »an der Schwelle zur Moderne«. Auf der einen Seite zeigte er noch Merkmale der Kabinettskriege der »alten Zeit«, z.B. bei der Uniformierung oder dem militärischen Ethos. Auf der anderen Seite wurden in ihm schon die wesentlichen Merkmale des Industriezeitalters wirksam. Große Mengen industriell gefertigter Waffen trafen auf die schutzlosen Körper der Männer in den Massenheeren der modernen Wehrpflicht. Die Eisenbahn verkleinerte Distanzen, beschleunigte den Krieg und weitete zugleich die potentiellen Räume, in die er eindringen konnte. Die Telegrafie ermöglichte tagesaktuelle Berichterstattung und politische Manipulation. Doch interessant ist nicht nur die technische Seite unter der Frage, ob 1870/71 ein Ereignis an der Schwelle zur Modernität war. Auch der Charakter des Krieges selbst veränderte sich. Partisanenerschießungen, die Schaffung einer national aufgeladenen Heimatfront, Hasspropaganda und kolonialer Rassismus unterschieden ihn von den Kriegen der Vormoderne. In vielen Punkten verwies dieser »kleine« Krieg auf die vielfach gesteigerten Kriegsschrecken des 20. Jahrhunderts.
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Gestalt und Gestaltwandel der Feindschaft im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 /71 -- Von Menschen und Kanonen. Die Bedeutung der Montanindustrie des Ruhrgebiets im Deutsch‑Französischen Krieg von 1870 /71 -- Die Eroberung Roms am 20. September 1870. Wendepunkt in den deutsch-italienischen Beziehungen -- Der Krieg von 1870 /71 an der deutschen ›Heimatfront‹. Das Beispiel der rheinischen Garnison Wesel -- «Rien ne fera tomber les armes de nos mains». Effets et mémoires des bombardements urbains durant la guerre de 1870–1871 -- 70 /71 – Ein Krieg als Erinnerungsmarke. Umblicke zur Zäsurierung historischer Zeiten -- ›Verdammt lang her‹. Jugendbegegnungen im Kontext des historischen Erinnerns mit Blick auf den Deutsch-Französischen Krieg 1870 /71 -- Krieg goes digital. Der Krieg von 1870 /71 als digitales Ereignis -- Glory & Defeat. Der Deutsch-Französische Krieg auf YouTube -- Realität, Inszenierung, Erinnerungsmentalität. Systematik und Charakterisierung der Bild- und Textquellen zum Deutsch-Französischen Krieg 1870 /71 (ein Entwurf) -- »Siegreich nach Frankreich hinein«. Kartendarstellungen zum Krieg von 1870 /71 in Geschichtsschulbüchern der deutschen Mittelschule von 1919 bis 1945 -- Cuirassiers, turcos et chasseurs à pied: comment transfigurer la défaite et fabriquer des héros? -- Zwischen allen Stühlen und Fronten. Fakt und Fiktion im historischen Roman. Ein Werkstattbericht -- Ein Leben für die Erinnerung – Hubert Walther (1953–2022) -- Kurzviten der Autoren und Autorinnen

Ohne den Krieg von 1870/71 gäbe es keinen deutschen Nationalstaat. Dabei zeigte er bereits, welche Schrecken im 20. Jahrhundert folgen sollten. Auch wenn überall Denkmäler von ihm künden, ist der deutsch-französische Krieg von 1870/71 heute weitestgehend vergessen. Dabei war er der erste Krieg »an der Schwelle zur Moderne«. Auf der einen Seite zeigte er noch Merkmale der Kabinettskriege der »alten Zeit«, z.B. bei der Uniformierung oder dem militärischen Ethos. Auf der anderen Seite wurden in ihm schon die wesentlichen Merkmale des Industriezeitalters wirksam. Große Mengen industriell gefertigter Waffen trafen auf die schutzlosen Körper der Männer in den Massenheeren der modernen Wehrpflicht. Die Eisenbahn verkleinerte Distanzen, beschleunigte den Krieg und weitete zugleich die potentiellen Räume, in die er eindringen konnte. Die Telegrafie ermöglichte tagesaktuelle Berichterstattung und politische Manipulation. Doch interessant ist nicht nur die technische Seite unter der Frage, ob 1870/71 ein Ereignis an der Schwelle zur Modernität war. Auch der Charakter des Krieges selbst veränderte sich. Partisanenerschießungen, die Schaffung einer national aufgeladenen Heimatfront, Hasspropaganda und kolonialer Rassismus unterschieden ihn von den Kriegen der Vormoderne. In vielen Punkten verwies dieser »kleine« Krieg auf die vielfach gesteigerten Kriegsschrecken des 20. Jahrhunderts.

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